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INDNAT Lodenhosen, Hosen aus Loden



Im Sommer 2008 ist es mir möglich gewesen die Lodenwalke vor Ort zu besuchen. Gelegen, oder besser verborgen, in einer wunderschönen Schlucht in der Ramsau am Fusse des massiven Dachsteingebirges und am Lauf eines kleinen aber wilden Baches, dem Silberkarbach, der den Strom für Antrieb und Beheizung des Betriebes aus zwei werkseigenen Wasserkraftanlagen liefert. Jörg Steiner, der Inhaber, hat hier einen Einblick in seine Lodenwalke ermöglicht, in der schon seit 1434 gewalkt wird.

Es war ein ausführlicher Rundgang, bei dem Jörg Steiner mit viel Geduld die verschiedenen Arbeitschritte erklärt hat. Mit Geschichten über die Walke wurde einem der Geist und die Einstellung, die an diesem Ort so fühlbar herrschen, nahe gebracht. Auch die handwerklichen Informationen, und dies direkt an den jeweiligen Maschinen erklärt (die Älteste ist 200 Jahre alt), machten es einem möglich sich eine gute Vorstellung über die Herstellung von gewalktem Lodentuch zu machen.

Vom Wolfen, dem Vermischen der verschiedenen Rohwollsorten und Farben. Dem Krempel, der die Wolle zu einem feinen Vlies kämt und dieses zu den ersten ungedrehten Fäden teilt. Über die Ringspinnerei, bei der das Vorgarn zu einem festen Faden versponnen wird und der Zwirnerei die dem Faden mehr Festigkeit verleiht. Nachdem in der Weberei die Garne und Zwirne zu den verschiedenen Wolltüchern verwebt wurden geht es zum Walken - bei dem das Tuch mit handwarmem Wasser und Kernseife, durch Druck und Reibung gewalkt wird. Dies ist der eigentliche Filzprozess, bei dem das Gewebe mehr als die Hälfte schrumpft, aber dabei doppelt so dick wird. Bei der Appretur werden die Stoffe gefärbt.Mit der Schärmaschine werden die abstehenden Fasern abgeschnitten und nach dem Nassbügeln und dem Trocknen geblattelt. Beim Blattln wird der fertige Loden geplättet und danach mit einer Dekatiermaschine die engültige Oberfläche verfeinert.

Handwerkliche und technische Erfahrung mit soviel Sorgfalt durchgeführt, die wie er sagt im industriellen Grossbetrieb kaum möglich ist. Diese schonende Behandlung der Wolle macht sich in der Qualität der Ware bemerkbar, im Gefühl beim Griff des Materials und auch der Geruch ist anders, man bekommt den Eindruck die "natürlichen" Eigenschaften der Wolle wurden trotz der vielen verschiedenen Arbeitschritten erhalten. Und dies ist heutzutage einmalig und kaum mehr zu finden. Man sagt "Wolle braucht Weile". Und so wird zum Beispiel auch der Loden nach dem Walkprozess per Hand unter einer schmalen Überdachung (siehe Foto) aufgehängt um an der freien Luft zu trocknen, Sommer wie Winter.

Zu der Rohwolle ist hier noch zu sagen, dass diese mittlerweile aus Neuseeland und Australien kommt und an die Stelle der heimischen Wolle getreten ist. Es wird nur - Reine Schurrwolle - von Merinoschafen verarbeitet, die über den Umschlagplatz Bremerhaven in Deutschland, nach selektiver Auswahl, direkt in die Ramsau geliefert wird.

An dieser Stelle möchte ich auch nochmal vielen Dank an Jörg Steiner aussprechen. Für den unvergesslichen Einblick in seinen Betrieb der Lodenwalke. Und vorallem für seine Unterstützung, den Loden und seinen super Service über die ganzen letzten Jahren.


Ein spitzen Material für die Herstellung von Bekleidung !
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